Kategorie: Verkehr

  • Verkehr und Flächen-nutzung / -Umwidmung ; Fußgänger statt Autos (WDR – Quarks) , u.a.

    • Verkehrsflächen in der Stadt – wer bekommt wie viel Raum?; Wdr5, Quarks , 06.01.21, ( hier ab ca Min 18:14 )
      • Suche nach zukunftstauglichen Konzepten ; Interessante Aspekte und Konzepte um Autoverkehr zurückzudrängen . — auch für Bochum ?
      • Gespräch mit Prof. Ulrike Reuter , Uni Wuppertal
        ( „Wer in der Stadt ohne Auto leben will, der kann das!“… )
      • Leitbild autogerechte Stadt hinterfragen
      • Tempo 30 in den Innen-Stätten
      • Grüne Welle für Räder (und Fußgänger Anm.Boklima)
      • Aufenthaltsflächen : Kinder , Fußgänger
      • Kaufkraft , Einkauferlebnis , … sinkt NICHT in autofreien Bereichen,
        positive Beispiele : Münster , Freiburg , Mailand , Bologna , Zürich , Koppenhagen , …
      • Fläche ohne Vorfahrtsregeln

    Ein 2.tes Audio zum Thema , WDR 5 Quarks – Wissenschaft und mehr . 05.01.2021.

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    Corona Impfungen – Fußgänger statt Autos – Klimabilanz 2020 ( ab ca. Min 31:15)

    Die Giraffe ist bedroht; Wie Russland und China gegen Corona impfen; 70 ist das neue 60!; Tiefsee-Tauchen im Senckenberg Museum;
    Wien – Platz für Fußgänger statt Autos; Warum die gute Klimabilanz 2020 täuscht;

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    Erschreckend für Bochum ( PM der Stadt, 06.01.21 ) :

    6. Januar 2021

    Fahrzeugbestand ist im Dezember gestiegen

    In Bochum waren im Dezember insgesamt 256.968 Fahrzeuge aller Klassen gemeldet. Das sind 402 mehr als im November. Der PKW-Bestand stieg um 436 auf insgesamt 206.866. Es waren 15.999 LKW angemeldet, 17 mehr als im November. 173 Busse sind im Stadtgebiet unterwegs, einer weniger als im Vormonat. Die Zahl der Krafträder sank im Dezember um 34 auf nun 16.194. Die Zahl der Zugmaschinen sank um sechs auf 812 und die der Anhänger sank um elf auf 14.950. Es sind 1.974 sonstige Fahrzeuge in Bochum unterwegs, eins mehr als im Vormonat. In Bochum fahren seit Dezember 15.284 Fahrzeuge mit Wattenscheider Kennzeichen, ein Plus von 36. Die Zahl der Elektrofahrzeuge erhöhte sich im Dezember um 176 auf 1.755. Außerdem sind 5.922 E-Hybrid-Fahrzeuge in Bochum gemeldet, 753 mehr als im Vormonat.

    Stadt BochumReferat für politische Gremien, Bürgerbeteiligung und Kommunikation- Pressestelle -Willy-Brandt-Platz 2-644777 Bochum



    Eine Welt ohne Autos (S01/E01)
    15.11.2020 ∙ Eine Welt ohne … ∙ Das Erste

    Dazu passt auch dieses Video aus der ARD Mediathek : hier

    Kein Auto auf den Straßen – ist das möglich? Wie werden wir uns zukünftig fortbewegen? Fahrrad, Carsharing, autonome Autos? Was wollen wir?



    Bremens Verkehrssenatorin: Autofahren noch zu einfach und attraktiv

    In diesem Zusammenhang auch interessant ( Org bei heise : hier ) :

    Erstmals übernimmt eine Grünen-Politikerin den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz der Länder. Die Bremer Senatorin will die Verkehrswende voranbringen. ( 31.12.2020 11:45 Uhr )

    Die neue Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Bremens Senatorin Maike Schaefer (Grüne), will die Verkehrswende zum Schwerpunkthema zwischen Bundesländern und Bund machen. Das Thema sei sehr vielschichtig, betreffe alle Menschen, Städte und ländliche Regionen, Umweltfragen und Sicherheitsaspekte und auch Art und Anteil der Verkehrsträger.

    Autofahren ist in Deutschland noch zu einfach und attraktiv. Wir müssen den Menschen alternative Angebote machen, die attraktiver als das Auto sind”, sagte Schaefer, die am 1. Januar für zwei Jahre als erste Grünen-Politikerin den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz übernimmt.

    Ein Aspekt sei es, die Innenstädte autofreier zu gestalten. Dazu gehöre etwa eine intelligente Parkraumbewirtschaftung. “Wenn Parken am Straßenrand teurer als in Parkhäusern ist, dann werden weniger Pkws im öffentlichen Raum stehen. Dafür braucht es auch eine ausreichende Zahl von Parkhäusern in Stadtzentren.” Bremen bezeichnete Schaefer als “eine Art Reallabor”. So würden in der Hansestadt etwa Park & Ride-Systeme ausgebaut, also Systeme, bei denen Autofahrer ihre Fahrzeuge auf eigens dafür geschaffenen Parkplätzen abstellen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren. Außerdem werde der Rückbau wichtiger Innenstadtstraßen vorangetrieben, Fahrradstraßen würden angelegt.

    All das muss einhergehen mit einer Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs“, sagte Schaefer. Wenn Taktzeiten verändert werden sollten, seien mehr Fahrzeuge nötig. “Und dann muss man über Förderprogramme sprechen, denn es kann nicht sein, dass die Attraktivität des ÖPNV allein vom Geldbeutel der Kommunen abhängt.”



    Weitere Interessante Audios beim WDR : hier

    Wie unser Verkehr der Natur zusetzt

    Wer zwanzigmal um die Erde fährt, hat etwa so viel Strecke zurück gelegt, wie wenn er einmal über alle deutschen Strassen fahren würde. Die Fläche, die in Deutschland für Mobilität in Anspruch genommen wird, ist gigantisch. Häufig wird sie zudem “versiegelt”. Das schadet uns und der Natur. Doch es ginge auch anders.

  • Klimakommunikation : So gelingen Gespräche über den Klimawandel (WDR, Quarks)

    ( WDR – Quarks – Serie zum Klimawandel : hier )

    Spricht man den Klimawandel an, stößt man oft entweder auf Gleichgültigkeit oder löst einen Streit aus. Wie es besser geht.

    ( Original hier ) ; 23. Dezember 2020

    Inhalt

    • Wieso sollte man mit Freunden und Familie überhaupt über die Klimakrise sprechen?
    • Warum reagieren Menschen gleichgültig, wenn man sie auf den Klimawandel anspricht?
    • Warum enden Gespräche übers Klima oft im Streit?
    • Wie kann ich konstruktiver das Thema Klimakrise ansprechen?

    Warum sollte man mit Freunden und Familie überhaupt über die Klimakrise sprechen?

    Wenn man seinen engen Freundeskreis verlässt und mit alten Schulfreunden oder der Familie über die Klimakrise spricht, geht das nicht immer gut. Entweder man stößt auf Gleichgültigkeit oder das Gespräch endet in einem Streit. Es ist nicht allzu gut erforscht, wie häufig Menschen sich überhaupt über den Klimawandel unterhalten. In den USA sprechen einer Studie zufolge zwei Drittel selten oder nie mit Familie oder Freunden darüber. Allerdings sind die Menschen in Deutschland einer Studie von 2017 zufolge besorgter über den Klimawandel als in den USA – direkt übertragbar sind diese Ergebnisse also nicht.

    Dass sich gar nicht so viele Gespräche darum drehen, könnte daran liegen, dass viele falsch einschätzen, wie ihre Mitmenschen zu dem Thema stehen. Und: Viele überschätzen, wie wenige Menschen in einer Gesellschaft den Klimawandel leugnen. In ….

    Deshalb wäre es sinnvoll, das Schweigen zu brechen

    Die leichteste Lösung, diesen Teufelskreis zu beenden, ist, das Thema einfach anzusprechen. Hinzu kommt: Menschen finden Informationen, die von engen Bekannten oder Familienmitgliedern kommen, erscheinen uns besonders glaubwürdig, zumindest in Bezug auf den Klimawandel. Eine Studie aus dem Jahr 2019 hat Gespräche über den Klimawandel im persönlichen Umfeld untersucht und herausgefunden: Häufigeres Sprechen über das Thema hat dazu geführt, dass sich die Menschen mehr über den Klimawandel informiert haben und überzeugter von der wissenschaftlichen Faktenlage waren. Auch ….

    Warum reagieren Menschen gleichgültig, wenn man sie auf den Klimawandel anspricht?

    Ein Gespräch über den Klimawandel zu beginnen, ist ja allerdings nur der erste Schritt. Häufig reagieren Menschen abweisend oder zumindest gleichgültig, wenn sie auf das Thema angesprochen werden. Eine Erklärung dafür ist, dass es sich oft nicht so anfühlt, als würde das Thema sie wirklich betreffen. „In der Diskussion wirkt der Klimawandel oft weit weg, sowohl zeitlich als auch räumlich“, erklärt Prof. Monika Taddicken, die an der Technischen Universität Braunschweig zu Wissenschaftskommunikation forscht. „Am schwierigsten ist aber diese lebensweltliche Ferne. Als Laie weiß ich gar nicht: Warum betrifft mich das? Was …

    Verschiedene Generationen sehen die Diskussion ganz unterschiedlich

    Auch das Gefühl von Machtlosigkeit spielt eine wichtige Rolle. In Studien hat sich gezeigt, dass viele Menschen davon ausgehen, dass sie selbst nichts am Klimawandel ändern können – und Politik und Wirtschaft auch nicht unbedingt ausreichend handeln würden. Wer sich so fühlt, hat natürlich wenig Lust, das Thema ohne Ziel immer wieder zu besprechen. Hier sieht Taddicken unter anderem ein Generationenproblem. Denn ältere Menschen hätten einen ganz anderen Blick auf die Klimadiskussion als junge. „Für einige Leute ist das Thema sehr frustrierend. Sie haben den Eindruck, das alles schon einmal gesehen zu haben. Zum Beispiel hatten viele große Hoffnungen auf die Kopenhagener Klimakonferenz 2009, aber danach ist einfach gar nichts passiert.“

    In diesem Artikel erklären wir dir mehr über Eigenschaften verschiedener Generationen.

    Die gute Nachricht ist: Wie viel jemand über den Klimawandel weiß und wie sehr er sich selbst als betroffen einschätzt, hängt positiv zusammen – und zwar vermutlich in beide Richtungen. Das heißt auf der einen Seite, dass Menschen, die sich stärker vom Klimawandel betroffen fühlen, sich auch mehr darüber informieren. Aber wer mehr über den Klimawandel lernt, befürchtet …

    Warum enden Gespräche übers Klima oft im Streit?

    Ist das Thema Klimawandel einmal angesprochen und das erste Desinteresse des Gesprächspartners überwunden, steht häufig schon die nächste Hürde an. Zumindest manche Menschen scheint das Thema sehr wütend zu machen, sie geraten in eine Verteidigungshaltung und argumentieren so emotional, dass man sich kaum noch dagegen wehren kann. Noch weniger ist eine konstruktive Diskussion möglich. Aber woran liegt das?

    Der Klimawandel ist nicht das einzige wissenschaftliche Thema, das zu hitzigen Diskussionen führen kann. Auch Gespräche über Gesundheitsthemen, zum Beispiel Impfen oder Covid-19, lösen manchmal wütende Gegenreden aus. Der Jurist und Sozialwissenschaftler Dan Kahan erforscht das Phänomen, dass bestimmte wissenschaftliche Themen wie der Klimawandel zwar faktisch gut belegbar sind, aber die Gesellschaft trotzdem stark polarisieren. Kahan erklärt das unter anderem mit der Theorie der kulturellen Erkenntnis („cultural cognition“), die besagt, dass Menschen Risiken und damit zusammenhängende Fakten so bewerten, dass sie zu ihren Wertevorstellungen passen. Das heißt, bei einer Diskussion über den Klimawandel ist sich jeder sicher, dass er oder sie die Risiken richtig einschätzt. Wenn die Ansichten nicht zusammenpassen, kann es schnell zu einem Streit kommen.

    Wir verteidigen unsere Weltsicht unterbewusst

    Dieser Effekt kann so weit gehen, dass zwei Menschen nicht einmal dieselben Quellen für vertrauenswürdig halten. Laut Kahan orientiert man sich eher an wissenschaftlichen Experten und Expertinnen, die eher eine Position vertreten, die dem eigenen Weltbild entspricht. Das kann natürlich ebenfalls ein Streitpunkt sein: Ist meine Klimawissenschaftlerin kompetenter als dein Forscher?

    Auch der Bestätigungsfehler („confirmation bias“) spielt bei der Erklärung eine Rolle. Wir glauben eher Informationen, die in unser Weltbild passen. Denn es ist kognitiv anstrengender, Informationen in unser Überzeugungssystem einzubauen, die alle anderen Überzeugungen bedrohen. Besonders stark wirkt der Bestätigungsfehler, wenn es um die eigenen Werte geht. Und Diskussionen um den Klimawandel drehen sich oft darum: Sind Flugreisen noch in Ordnung, was ist mit Fleischverzehr?

    Warum es schwierig ist, Menschen bloß anhand von Fakten zu überzeugen, erklären wir hier.

    Wie kann ich konstruktiver das Thema Klimakrise ansprechen?

    Zuerst einmal: Viel Verständnis für den Gesprächspartner mitbringen. Je nachdem, wie er aufgewachsen ist und das Thema Klimawandel wahrgenommen hat, ist es vielleicht gut nachvollziehbar, wenn er abwehrend reagiert. „Die älteren Generationen haben vielleicht noch das Spiegel-Titelbild von 1986 im Kopf, mit dem Kölner Dom unter Wasser“, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Monika Taddicken. „Oder denken beim Klimawandel an Katastrophenfilme wie ‚The Day After Tomorrow‘. Diese Dramatisierung hat diese Menschen stark geprägt.“ Und wer ausschließlich Weltuntergangsszenarien vor dem inneren Auge hat, wenn er an den Klimawandel denkt, hat vermutlich einfach nicht so viel Lust, darüber zu sprechen.

    Ein konstruktiverer Ansatz ist es, weniger abstrakt über den Klimawandel zu sprechen. Was bedeutet er genau für mich, meine Zukunft und meine Region? „Man kann das Thema stärker in die Alltagswelt holen“, sagt Taddicken. „Muss bald vielleicht mehr gedüngt werden? Warum sind sinkende Grundwasserspiegel ein Problem?“ In ihren Studien hat die Forscherin immer wieder beobachtet, dass die Menschen an einem Punkt gedanklich stehenbleiben. „Sie denken an das Bild vom traurigen Eisbären, der auf seiner Scholle schwimmt. Der kann einem leidtun, aber da hat man selbst keinen Ansatzpunkt. …

    Über Gefühle in der Klimakrise sprechen

    Genauso wichtig in Gesprächen über den Klimawandel ist es, offen mit eigener Unsicherheit umzugehen. Die Klimawissenschaft ist komplex und basiert zu großen Teilen auf Modellen, die verschiedene Zukunftsszenarien berechnen. Taddicken empfiehlt, es offen anzusprechen, wenn man sich mit einer Sache nicht sicher ist. „Zum Beispiel kann ich in so einer Situation sagen: Ich weiß, dass ich das irgendwo gelesen habe und es sehr überzeugend fand. Aber ich kann auch nicht mehr genau sagen, wie das war. Vielleicht schauen wir einfach nochmal schnell zusammen rein“, rät sie.

    Auch Fragen können helfen, ein Gespräch konstruktiver zu machen. Zum Beispiel: Wie fühlst du dich denn, wenn du an den Klimawandel denkst? Vielleicht stellen sich so sogar gemeinsame Ängste oder Sorgen heraus, die verbinden können. Oder Lösungsansätze, an die man selbst noch gar nicht gedacht hat. Auch die eigenen Gefühle deutlich zu machen, anzusprechen, wenn die Klimakrise beispielsweise Angst einjagt, kann helfen, Verständnis zu bekommen. Selbst wenn zum Beispiel zwei Generationen ganz anders auf die Klimapolitik blicken, können sie sich trotzdem einigen, dass sie sich Sorgen machen, wenn schon wieder ein Sommer heiß und trocken war.

    Autorin: Lena Puttfarcken

  • „Elektromobilität“ und warum sie so, wie sie derzeit vorgeschlagen wird, nicht funktionieren kann (Vortrag rc3)

    Vortrag von André Igler, Philipp Schaumann and telegnom auf dem rc3 vom 29.12.20 : Video : hier


    Mit sehr interessanten Aussagen , Zahlen und Fakten zur E-Mobilität zur Diskussion :
    * Es bräuchte 4 x Datteln 4 zur Stromerzeugung ODER
    * Es bräuchte ein rechtecckiges Gebiet von 33KM Kantenlänge voller Solarmodule …..


    Elektromobilität ist das politische Schlagwort der Stunde. Und gleichzeitig so etwas wie das Heisenberg’sche Unschärfetheorem in der Politik: Je näher eins hinschaut, desto unschärfer und verworrener wird die Sachlage. Ein Situationsbericht.

    Individuelle Mobilität ist für die Meisten von uns wichtig: Die Freiheit, jederzeit dorthin reisen bzw. fahren zu können, wo man gerade hin möchte, ist ein Grundprinzip unserer modernen Gesellschaft. Gerade in der deutschen Geschichte hat das Wort „Reisefreiheit“ einen ganz besonderen Klang. Und auch jetzt, wenn in der Pandemie unsere Reisefreiheit eingeschränkt wird, zeigt sich, welch hohen Stellenwert dieses Thema in unser aller Bewusstsein einnimmt. Leider hat die Technik, die wir für unsere individuelle Mobilität gewählt haben, nämlich die der fossilen Treibstoffe, einen dummen Nachteil: Wenn wir so weitermachen wie bisher, fackeln wir dabei den Globus ab. Aber Rettung naht in Form des Zauberwortes „Elektromobilität“. Das wird nicht nur das Umweltproblem lösen, besagte Technologie ermöglicht überdies, weil digitalisiert, auch autonom, sprich: Demnächst werden wir möglicherweise nicht nur elektrisch und daher ohne Abgase, sondern auch ohne eigenes Zutun dorthin fahren können, wo wir hin wollen; und weil Computer ja keine Fehler machen, wird es auch keine Unfälle mehr geben. Endlich: Jeder Deutsche bekommt seinen eigenen Chauffeur. Der Politik ist es damit bitter ernst: Im unlängst enthüllten Budgetvorschlag der EU für die kommende Periode sind alleine 35 Mrd. Euro unter dem Titel „Elektromobilität“ veranschlagt. Mindestens noch einmal so viel soll von den einzelnen Mitgliedstaaten kommen. Fahren wir also demnächst alle autonom, elektrisch und entspannt einer sorgenfreien Zukunft entgegen? Leider nein, wie sich beim näheren Hinschauen herausstellt. Der Hype, der hier gemacht wird, ist derart falsch, dass eins gar nicht weiß, wo es anfangen soll, ihn zu widerlegen. Wir haben daher alles zusammengetragen, was zum derzeitigen Standpunkt an Info zu Elektromobilität verfügbar ist, und sind zu der Aussage gekommen: Nein. Oder, in einer etwas längeren Form: So, wie Politik und Wirtschaft heute von Elektromobilität und autonomem Individualverkehr träumen, wird es – kann es – nie kommen. Denn, wie es der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis 2016 in seinem Film „HyperNormalization“ so hübsch formuliert hat: „Over the past 40 years, politicians, financiers and technological utopians, rather than face up to the real complexities of the world, retreated. Instead, they constructed a simpler version of the world in order to hang on to power. And as this fake world grew, all of us went along with it, because the simplicity was reassuring.“

    Kontakte in Matrix: André = @aigler:matrix.org @philipp_s:matrix.org telegnom = Chaos.social/@telegnom

    PDF des Talks auf https://frab.cccv.de/system/event_attachments/attachments/000/004/225/original/e-Mobilitaet-rc3.pdf?1609186179


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  • WAZ – Trotz Corona: 2020 bringt Bewegung in die Stadtteile — Und der Klimaschutz bleibt auf der Strecke ….

    ( WAZ 30.12.20 , Jahresrückblick , original hier ) , Uli Kolmann 30.12.2020, 15:51

    Bochum.  Der Blick zurück zeigt: Corona kann die Entwicklung in den Bochumer Stadtteilen nicht stoppen. Ein zentrales Thema: Bürgerbeteiligung.

    Auf jeden Fall turbulent, das gilt für 2020. Das ablaufende Jahr war extrem, unter dem Diktat der Pandemie waren viele Entwicklungen ungewöhnlicher als üblich. Buchstäblich alles im öffentlichen Leben verlief in veränderten Bahnen. Aber es wurde geplant und gebaut wie lange nicht mehr, und die Bürgerbeteiligung bei vielen Projekten erreichte eine neue Dimension,
    ( Anm. BoKlima — bzw. fand NICHT statt, sieh auch hier auf BoKlima.de ) vielfach allerdings auch der Protest.

    Den Auftakt macht das Vorhaben der Wilma Immobilien-Gesellschaft, die auf einer bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche Wohnhäuser bauen will. Der Name “Hinter der Kiste(Anm. BoKlima , siehe hier ) in Linden wird bekannt. Auch oberhalb des Neuen Gymnasiums an der Querenburger Straße soll gebaut werden, für 270 Wohnungen werden Rodungen angekündigt.

    Immer wieder ein Aufreger: Baumfällungen an vielen Stellen Bochums

    Im Amtshaus Weitmar kommt es zum Eklat, als gleich drei Bürgerinitiativen ihrem Ärger vor der Bezirksvertretung Südwest Luft machen: aus Weitmar-Mark/Stiepel, das Netzwerk für bürgernahe Stadtentwicklung und aus dem Bereich Bahnhof Weitmar/Schloßstraße. (Anm. Boklima , siehe hier ) Ruchbar wird dann, dass am Ruhrort in Dahlhausen gebaut werden soll, an vielen Stellen Bochums protestieren die Nachbarn, weil Bäume für Projekte fallen sollen. Das gilt etwa an der Alexandrinenstraße, am Aldi-Markt Herner Straße, in der Lennershof-Siedlung und auch an der Neu-/Kreuzstraße. Am Castroper Hellweg wird mehr Verkehr befürchtet, wenn die Großküche für die Katholischen Kliniken entsteht.

    +++ Hier wird in Bochum gebaut – eine Übersicht +++

    ….

  • WAZ erwähnt BoKlima : Erneut scharfe Kritik an der Umwelt-Politik der Stadt Bochum

    (WAZ, 29.12.20 , Original : hier )
    Umweltschutz – B.Ki. 29.12.2020, 11:28

    Auf der ehemaligen Rheinischen Bahntrasse (hier in Wattenscheid) könnte aus Klimaschutzgründen eine Regio-Tram gebaut werden, schlägt die Fraktion "Die Partei & Stadtgestalter" vor.
    Auf der ehemaligen Rheinischen Bahntrasse (hier in Wattenscheid) könnte aus Klimaschutzgründen eine Regio-Tram gebaut werden, schlägt die Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter” vor. Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

    Bochum :
    Scharfe Kritik an der Klimapolitik der Stadt Bochum kommt von der Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter”. Nicht die einzige Kritik.

    Nach dem “Bochumer Klimaschutzbündnis” (BoKlima), das der Stadt Bochum ein “Versagen” in der aktiven Klimapolitik vorwirft, kommt jetzt auch von der Fraktion “Die Partei & Stadtgestalter” massive Kritik. “Klimaschutz ist in Bochum nur etwas fürs Schaufenster”, kritisiert Dr. Carsten Bachert-Schneider, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion.

    Der Physiker pflichtet dem Klimabündnis BoKlima bei: “Aus dem Blick der Wissenschaft macht die Stadt und die Koalition zu wenig.”

    Bochumer Fraktion: “Der Verkehr ist in Bochum der Bereich mit dem höchsten CO2-Ausstoß”

    Die Fraktion fordert besonders ein nachhaltiges Verkehrskonzept mit Ausrichtung auf den Öffentlichen Nahverkehr und den Radverkehr. “Der Verkehr ist in Bochum der Bereich mit dem höchsten CO2-Ausstoß”, sagt Bachert-Schneider. “Es ist daher ein großes Versäumnis von den Grünen, die von uns vorgeschlagene Regio-Tram zur Anbindung von Günnigfeld an das Schienennetz zu verhindern. Die Gelsenkirchener Grünen stünden dem Vorschlag offener gegenüber und würden eine Prüfung befürworten.

    Nils Brandt von “Die Partei” und Vorsitzender der Fraktion kommentiert satirisch: “Eigentlich war das Ausrufen des Bochumer Klimanotstands ein riesiger Erfolg. Schließlich ist das vorrangigste Ziel zu 100 Prozent erreicht worden: Die Grünen in Bochum konnten mit diesem zahnlosen Papiertiger die Kommunalwahl gewinnen. Dazu mussten sie die Koalition mit der SPD nicht einmal durch echte unbequeme Klimaschutzmaßnahmen gefährden.”

  • Noch mehr Autos in NRW – Treibhausgas-Ausstoß gestiegen

    ( WDR, vollst Beitrag : hier )

    In NRW ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im zurückliegenden Jahr weiter gestiegen – auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Für die Umwelt ist das gar nicht gut.

    Aus Umweltschutzgründen weniger Autofahren – solche Rufe gibt es immer wieder. Doch ungeachtet dessen ist die Zahl der Fahrzeuge in NRW weiter gestiegen. Die gesamte Flotte wuchs nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes bis zum 1. Oktober 2020 auf landesweit gut 10,3 Millionen Pkw. Das waren knapp 100.000 Fahrzeuge mehr als zu Beginn des Jahres 2020.

    Auch im Oktober und November war die Zahl der Neuzulassungen hoch und erreichte in etwa die Werte der Vorjahresmonate. Die Pkw-Dichte im bevölkerungsreichsten Bundesland bleibt damit hoch. Zu Beginn des Jahres kamen nach Zahlen des Statistischen Landesamtes auf 1.000 Einwohner 570 Personenkraftwagen.

    Hoher Autobestand wirkt sich auf die Umwelt aus

    Der hohe Autobestand macht sich auch in der Umweltbilanz bemerkbar. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (Lanuv) haben sich die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrssektors in NRW nach einigen Jahren mit rückläufiger Tendenz von 2018 auf 2019 wieder leicht erhöht. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

    Ein Grund sei der Anstieg der Kfz-Neuzulassungen, heißt es im neuen Klimaschutzbericht der Landesregierung. An den Emissionen des Verkehrssektors habe der Straßenverkehr einen Anteil von 90 Prozent. Die Personenkraftwagen seien wiederum für fast 71 Prozent des Schadstoffausstoßes des Straßenverkehrs verantwortlich. Die Landesregierung setzt deshalb auf den Ausbau der Elektromobilität.

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    Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!

    Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR.

    Deutschland diskutiert über ein Verbot von Dieselfahrzeugen in den Innenstädten. Wahr ist: Die Grenzwerte für Stickoxide werden in vielen Städten regelmäßig überschritten. Aber sowohl bei den gesundheitlichen Auswirkungen von Stickoxiden, als auch bei der Sinnhaftigkeit von Fahrverboten ist die Diskussion alles andere als sachlich. Quarks liefert die Fakten. Autor/-in: Axel Bach, Reinhart Brüning, Sebastian Funk, Hildegard Kriwet, Britta Reinke, Mike Schaefer, Lars Tepel

    Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!. Quarks . 27.02.2018. 44:51 Min.. UT. DGS. Verfügbar bis 27.02.2023. WDR

    Download Video: Abgasalarm – warum ein Dieselfahrverbot keine Lösung ist!. Download mit LINUX: Rechte Maustaste und “Ziel speichern unter” oder “Link speichern unter”.

  • Klimakrise Warum zwei Grad Erderwärmung zu viel sind

    von spiegel.de

    Ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf Seit mehr als zehn Jahren wird international debattiert, ob die Erderwärmung bei 1,5 oder 2 Grad gestoppt werden soll. Aber kommt es überhaupt auf ein halbes Grad an? 09.11.2020, 20.58 Uhr

    Mit jedem Zehntel Grad wachsen auch die Gefahren für uns Menschen, Opfer von Überflutungen, Ernteausfällen oder Tropenstürmen zu werden

    Mit jedem Zehntel Grad wachsen auch die Gefahren für uns Menschen, Opfer von Überflutungen, Ernteausfällen oder Tropenstürmen zu werden Foto: Francis Mascarenhas/ REUTERS

    Fast wäre das Pariser Abkommen 2015 an dieser Frage gescheitert: 1,5 oder 2 Grad? Was sollte als gerade noch tolerierbare Obergrenze der globalen Erwärmung gelten? “Die verflixten anderthalb Grad” titelte der SPIEGEL damals. Rund 40 kleine Inselstaaten waren entschlossen, Paris nicht ohne 1,5-Grad-Ziel zu verlassen – denn so manche von ihnen fürchteten zu Recht, mit 2 Grad den Untergang ihres Staatsgebiets zu unterschreiben.

    Die Debatte über die Obergrenze der Erderhitzung hatte da schon eine lange Vorgeschichte. Bereits 1987 hatte der damalige Präsident der Malediven, Maumoon Abdul Gayoom, vor der Uno-Vollversammlung eindringlich vor dem drohenden Untergang seiner Nation gewarnt. 2009 beschloss der Klimagipfel in Kopenhagen formell eine 2-Grad-Grenze – aber mit der Hintertür, auch eine Begrenzung auf unter 1,5 Grad “zu erwägen”. Ich selbst habe bei der dem Gipfel vorangegangenen Wissenschaftskonferenz in Kopenhagen argumentiert, dass 2 Grad Erwärmung große Risiken bedeuten würde.


    Zum Autor

    Foto: Astrid Eckert

    Stefan Rahmstorf schreibt regelmäßig für den SPIEGEL über die Klimakrise. Er ist Klima- und Meeresforscher und leitet die Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Seit 2000 ist er zudem Professor für Physik der Ozeane an der Universität Potsdam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Paläoklimaforschung, Veränderungen von Meeresströmungen und Meeresspiegel sowie Wetterextreme.


    Der nächste Gipfel in Cancun beschloss, diese Frage “auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisse” zu klären. Vor dem Pariser Klimagipfel 2015 erschien dazu ein Uno-Bericht auf Grundlage von Konsultationen mit 70 Wissenschaftlern. Die Folgerung war klar: Eine Begrenzung auf 2 Grad wäre “inadäquat”. Seit 2018 gibt es dazu auch einen ausführlichen Sonderbericht des Weltklimarats IPCC.

    Was sind die Unterschiede zwischen 1,5 Grad und 2 Grad Erwärmung? Das sind die wichtigsten Punkte:

    Insgesamt kann man sagen, dass bei einer Erwärmung um 2 Grad die Folgen des Klimawandels, die wir teils schon heute spüren, graduell immer schlimmer werden. Die Häufigkeit von tödlichen Hitzewellen etwa, wie im “Jahrhundertsommer” 2003, der in Europa rund 70.000 Menschenleben kostete. Zudem bedeuten 2 Grad im globalen Mittel für die meisten Landgebiete 3 bis 4 Grad Erhitzung.

    Dazu kommt die Häufigkeit von Überflutungen durch Extremregen (Beispiel Braunsbach 2016). Oder wachsende Probleme mit Dürren und Wassermangel, wie die letzten Jahre auch in Deutschland. Oder noch heftigere tropische Wirbelstürme – schon in den letzten vier Jahrzehnten hat der Anteil der stärksten Hurricane-Kategorien 3 bis 5 (“major hurricanes”) an allen Hurricanes in den Satellitenbeobachtungen um ein Viertel zugenommen, angefacht durch steigende Meerestemperaturen. https://spiegel-online-neu-profil.newsletter2go.com/unter-zwei.html

    Darüber hinaus gibt es kritische Grenzen der Belastbarkeit von Ökosystemen, die schon unterhalb von 2 Grad überschritten werden. So rechnet der IPCC bei 2 Grad praktisch mit dem Totalverlust der tropischen Korallenriffe. Gelingt es dagegen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, könnten 10 bis 30 Prozent der Korallen überleben. Das lange vorhergesagte weltweite Korallensterben ist inzwischen in vollem Gang.

    Auch für die Wälder gibt es kritische Grenzen – trocknen sie zu stark aus, werden sie leicht Opfer von Insektenbefall oder verheerenden Bränden, oft ausgelöst durch Blitzschlag, wie dieses Jahr in Australien, Sibirien, Kalifornien oder Colorado. Selbst der Amazonasregenwald war in den vergangenen Jahrzehnten von extremen Dürren betroffen, die das Baumwachstum stark geschwächt und die Kohlenstoffspeicherung reduziert haben.

    Kipppunkte im Klimasystem

    Hinzu kommt ein langjähriger Trend: Die Trockenzeit dauert Jahr für Jahr länger. Setzt sich dies in den kommenden Jahrzehnten fort, droht der Wald bei weiterer Erwärmung stark zu degradieren.

    …..

    Vollst. Artikel bei Spiegel.de


    ( Tip von Ingo )

  • Bebauungspläne zur Schlossstr. — Stellungnahmen zu Baum-, Tier- und Klimaschutz

    Bebauungsplan Nr. 964 – Schloßstraße


    für ein Gebiet südlich des Schloßparks “Haus Weitmar“ auf Höhe des Friedhofs an der Schloßstraße, unweit der Hattinger Straße sowie westlich und östlich der Schloßstraße

    Öffentlichkeitsbeteiligung
    Teilen Sie uns hier Ihre Stellungnahme mit
    (29.09.2020 – 06.11.2020)

    Ziel des Bebauungsplanes ist eine wohnbauliche Entwicklung auf der landwirtschaftlich vorgenutzten Fläche östlich der Schloßstraße und nicht mehr benötigten städtischen Flächen westlich der Schloßstraße.

    Nach § 3 Abs. 1 Baugesetzbuch (BauGB) ist die Öffentlichkeit möglichst frühzeitig über die allgemeinen Ziele und Zwecke der Planung, sich wesentlich unterscheidende Lösungen und die voraussichtlichen Auswirkungen der Planung zu unterrichten. Ihr ist Gelegenheit zur Äußerung und Erörterung zu geben.

    Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Möglichkeit, Informationen zum Planverfahren zu erhalten und sich mit Mitarbeitern der Fachverwaltung im persönlichen Gespräch über die Planung auszutauschen bzw. eine Stellungnahme abzugeben.

    Zeitraum :

    Mittwoch,       07.10.2020, 16-19 Uhr
    Donnerstag,  08.10.2020, 16-19 Uhr
    Freitag,          09.10.2020,   9-12 Uhr

    Veranstaltungsort : Großer Saal des Haus Weitmar (Kubus) Nevelstraße 29c / Schloßstraße 1a, 44795 Bochum

    weitere Infos “Bebauungspläne im Verfahren” : hier
    In der “Kurzbegründung zur Frühzeitigen Beteiligung” finden sich Stellungnahmen zu Baum-, Tier- und Klimaschutz :

    insbse. siehe Auswirkungen des Bebauungsplans, S.5
    sowie : Baumschutz und Klimaschutz S. 7,8

  • TAZ Schwerpunkt Klimawandel

    Klimawandel

    Welche Ursachen und Folgen hat die Erderwärmung? Wächst sich die Klimakrise zur Klimakatastrophe aus? Um den Klimawandel aufzuhalten, müssten wir Treibhausgase senken, alternative Energien fördern, ökologisch leben. Die Weltgemeinschaft ringt um gemeinsame Klimaziele.


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    Kleiner Ausschnitt und Überblick der Arrtikel vom Mai 2020:

  • Wissenschaftlich belegt: Corona-Lockdown führt zu besserer Luft

    Von heise , 06.05.20 , von Stefan Krempl

    Oft ist zu hören, dass Ausgehverbote, Kontaktsperren und weniger Verkehr keinen großen Effekt auf die Luftqualität haben. Forscher kommen zu anderen Resultaten.

    Zahlreiche Regierungen haben den Bürgern, der Verwaltung und der Wirtschaft einen weitgehenden Lockdown verordnet, um der Corona-Pandemie Einhalt zu gebieten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass etwa der europäische Satellit Sentinel-5P im Vergleich zum Vorjahr global einen starken Rückgang von Stickstoffdioxid (NO2) und damit eine geringere Luftbelastung durch industrielle Produktion und Verkehr anzeigt. Skeptiker halten dagegen, dass die seit Wochen in weiten Teilen Europas vorherrschende Polarluft und eine andauernde Brise aus Nordwest bereits für ungewöhnlich saubere Luft sorgt.

    Nun wollen Forscher des Earth Observation Center (EOC) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den “Corona-Effekt” aber wissenschaftlich stichhaltig belegt haben. Sie haben dazu unter anderem Langzeitanalysen des europäischen Satelliten MetOP-A herangezogen, der seit vielen Jahren täglich die globale Schadstoffverteilung ermittelt. Diese zeigen zunächst jedoch nur, dass starke witterungsbedingte Schwankungen des Luftschadstoffs NO2 nichts Besonderes sind.

    MetOP-A erfasst dabei die gesamte Atmosphäre. In zunehmender Höhe können Winde schädliche Emissionen verfrachten, verdünnen oder Gase und Partikel aus entfernten Regionen hereintragen. Daher sind auch diese Messungen alleine kein Beweis für Thesen in die ein oder andere Richtung. Am Boden wiederum verlagern Winde Schadstoffe ebenfalls, Niederschläge waschen sie zusätzlich aus. Daher sind die Messdaten von Bodenstationen alleine auch nicht aussagekräftig genug.

    Am Beispiel der Lombardei haben die DLR-Experten daher die Schadstoffbelastung am Computer simuliert. Die Region in Oberitalien ist bekannt für hohe Luftverschmutzung, was zur schnellen und vergleichsweise frühzeitigen Verbreitung des Coronavirus sowie schweren Krankheitsverläufen mit beigetragen haben soll. Am 8. März beschloss die italienische Regierung daher in rascher Folge ständig schärfere Quarantäne-Maßnahmen. Satelliten- und Bodenmessungen zeigen entsprechend seit dem Lockdown abweichende Ergebnisse vom langjährigen Mittelwert, was die Forscher als erstes Indiz werteten.

    Um am Rechner auch den Einfluss des Wetters zu berücksichtigen, starteten die Wissenschaftler ihre Simulation mit Emissionswerten von Schadstoffen, die sie über mehrere Jahre mittelten und die so die Normalsituation abbildeten. Damit stellten sie sicher, dass das Modell von den Corona-bedingten Maßnahmen nichts weiß. Es berücksichtigt aber von Stunde zu Stunde die realen Wetterbedingungen.

    Anschließend verglichen die Forscher diese Ergebnisse mit den diesjährigen Messdaten. Die modellierte Normalsituation zogen sie dazu von den tatsächlichen Bodenmesswerten ab. So konnten sie nachweisen: vom 8. März an führt der Lockdown in der Lombardei zu einer echten Reduktion der NO2-Belastung um etwa 20 Mikrogramm pro Kubikmeter, was einem Minus von 45 Prozent entspricht.

    “Für pauschale Bewertungen ist das atmosphärische Geschehen zu komplex”, betont das DLR. Dies werde gerade in anderen Regionen dieser Welt deutlich. Dort lägen die derzeitigen Messwerte zum Teil innerhalb der Schwankungsbreite der vergangenen Jahre. Ob dies auf spezielle lokale Witterungsbedingungen oder ein späteres Einsetzen der Lockdown-Maßnahmen zurückzuführen sei, müsste auch dort genauer untersucht werden. Erst eine “kombinierte Betrachtung von Satellitenmessungen, In-situ-Daten und Computermodellierungen” ermögliche einen stichhaltigen Beleg einschlägiger Corona-Auswirkungen.

    Mit Sentinel-5P stehen seit 2018 auch Messungen in weit höherer Auflösung als mit MetOP-A zur Verfügung. Diese werden dem DLR zufolge künftig helfen, Emissionsquellen und Schadstofftransporte noch besser nachvollziehen zu können. Um bei den ersten kleinen hier möglichen Zeitreihen den Wettereffekt zumindest zu reduzieren, bildeten die Wissenschaftler global Monatsmittel, wofür sie über zwei Monate hinweg 1,2 Billionen Einzelmessungen mithilfe eigener Algorithmen verarbeiteten und auf Qualität hin prüften. Auch diese Daten zeigen – allerdings nicht wetterunabhängig – einen klaren Emissionsrückgang.

    Für März und April hat derweil das Startup Hawa Dawa Informationen aus Messstationen in München ausgewertet. Demnach ist ein deutliches Minus bei den NO2-Emissionen in der Anfangsphase des bayerischen Lockdowns von Mitte März an festzustellen. Die Konzentrationen steigen vor allem im April aber schon wieder an. Die dortigen Forscher bezogen daher zusätzliche Faktoren wie ein geändertes Mobilitätsverhalten, Wettereinflüsse und saisonale Bedingungen mit ein. Das Resultat: Für Standorte im Stadtzentrum mit hohem Verkehrsaufkommen sinkt die tägliche NO2-Konzentration bis auf ein Niveau von etwa 55 Prozent der normal zu erwartenden Werte und bis auf rund 70 Prozent an Stationen außerhalb des Innenstadtrings. (kbe)


    Von heise.de , 06.05.20 : https://www.heise.de/newsticker/meldung/Wissenschaftlich-belegt-Corona-Lockdown-fuehrt-zu-besserer-Luft-4715189.html

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