{"id":9144,"date":"2021-07-26T15:25:01","date_gmt":"2021-07-26T13:25:01","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=9144"},"modified":"2021-07-26T15:25:03","modified_gmt":"2021-07-26T13:25:03","slug":"duestere-aussichten-wie-der-klimawandel-deutschland-veraendern-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/work.boklima.de\/?p=9144","title":{"rendered":"D\u00fcstere Aussichten? Wie der Klimawandel Deutschland ver\u00e4ndern k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"\n<p>(21.07.21, heise.de ) , Original : <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Duestere-Aussichten-Wie-der-Klimawandel-Deutschland-veraendern-koennte-6143595.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens 2050 will die EU klimaneutral sein. D\u00fcrre und Dauerregen bleiben Deutschland bis dahin trotzdem nicht erspart. Im Gegenteil. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat neuen Druck im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel erzeugt. Kurz zuvor hatte das Potsdam-Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag der Deutschen Bahn eine <a href=\"https:\/\/www.pik-potsdam.de\/de\/aktuelles\/nachrichten\/klima-studie-fuer-deutsche-bahn-wird-grundlage-fuer-resilienz-strategie-des-konzerns?searchterm=bahn\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Analyse zu klimatischen Ver\u00e4nderungen in der Bundesrepublik<\/a> vorgelegt. Demnach wird es hierzulande etwa bis 2060 deutlich mehr Hitzetage und weniger harte Winter geben. Innerhalb der EU ist man sich weitgehend einig, dass man bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein will. Die Folgen des Klimawandels aufhalten wird man damit laut Experten nicht \u2013 h\u00f6chstens abmildern. <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Wie-gut-ist-Deutschland-auf-die-Folgen-des-Klimawandels-vorbereitet-6141070.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wie es in Deutschland bis dahin aussehen k\u00f6nnte<\/a>, zeigen Klimaforscher und andere Fachleute.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_die_folgen_der__0\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Die_Folgen_der_Klimakatastrophe\"><\/span>Die Folgen der Klimakatastrophe<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>HITZE:<\/strong> Dass lang anhaltende hohe Temperaturen mit dem menschengemachten Klimawandel verbunden sind, daran gibt es in der Fachwelt kaum Zweifel. F\u00fcr die Zukunft wird das die Menschen vor gro\u00dfe Herausforderungen stellen, wie Daniela Jacob betont. Sie ist Meteorologin und Direktorin des German Institute for Climate Services (Gerics) in Hamburg. &#8220;Um 2050 m\u00fcssen wir damit rechnen, dass die Sommermonate deutlich hei\u00dfer und trockener sind&#8221;, so Jacob. Etwa f\u00fcr den Oberrheingraben bei Karlsruhe lasse sich schon heute projizieren, dass sich dort bis zur Mitte des Jahrhunderts die Zahl der hei\u00dfen Tage (Tagesmaximum der Temperatur \u00fcber 30 Grad Celsius) im Vergleich zum Zeitraum von 1970 bis 2000 circa verdoppeln werde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>GESUNDHEIT:<\/strong> Entgegen der Vorstellung von strahlendem Sonnenschein und Urlaubsatmosph\u00e4re kann &#8220;warmes Wetter&#8221; sehr schlecht f\u00fcr unsere Gesundheit sein. &#8220;Wenn die Temperatur auch nachts nicht unter 20 Grad f\u00e4llt, bedeutet das, dass wir uns nicht richtig ausruhen k\u00f6nnen und weniger leistungsf\u00e4hig sind&#8221;, erkl\u00e4rt Jacob. Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung in Leipzig geht davon aus, dass die Hitze das Gesundheitssystem zus\u00e4tzlich belasten wird. So k\u00f6nne es etwa zu mehr Kreislauferkrankungen kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Frankreich habe zum Beispiel 2003 eine gro\u00dfe Hitzewelle gehabt und als Folge dauerhaft hoher Temperaturen damals gut 35.000 zus\u00e4tzliche Todesf\u00e4lle. Deutschland sei in dem Jahr weitgehend verschont geblieben, weswegen es hierzulande schlechtere Warnsysteme f\u00fcr Hitzewellen gebe. Bis 2050 werde sich das wahrscheinlich \u00e4ndern, sagt Marx.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>LANDWIRTSCHAFT:<\/strong> Anhaltende Hitze und langer, starker Regen wird Experten zufolge auch eine Umstellung f\u00fcr diejenigen bedeuten, die sehr auf das Wetter angewiesen sind. &#8220;In der Landwirtschaft m\u00fcssen wir auf Sorten setzen, die mit diesen starken Temperatur- und Feuchtevariationen zurechtkommen&#8221;, sagt Forscherin Jacob. Ein Problem ist demnach auch, dass Wasser bis 2050 knapper wird. &#8220;Die Landwirtschaft muss sich so umstellen, dass sie die B\u00f6den nicht so oft bew\u00e4ssern muss&#8221;, erg\u00e4nzt sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollten Landwirte die B\u00f6den aber auch m\u00f6glichst nicht zu stark austrocknen lassen. Allgemein sei es wichtig, die in der Landwirtschaft erzeugten Lebensmittel auch sorgsam zu konsumieren, betont der Vorsitzende des Deutschen Klima-Konsortiums, Mojib Latif. Schon heute w\u00fcrden viel zu viel Lebensmittel weggeschmissen. &#8220;Da wird eine Menge Energie und Rohstoffe unn\u00f6tigerweise verschwendet. Das kann einfach nicht angehen.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_mehr__1\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Mehr_Ueberschwemmungen\"><\/span>Mehr \u00dcberschwemmungen<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>HOCHWASSERSCHUTZ:<\/strong> Als Folge des menschengemachten Klimawandels werde Hochwasser mit Blick auf das Jahr 2050 vor allem in Gebieten in Nord- und Westeuropa zunehmend eine Bedrohung darstellen, sagt Ralf Merz. Der Hydrologe arbeitet am Standort Halle an der Saale des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung. Diese Entwicklung h\u00e4nge vor allem mit dem sogenannten Jetstream zusammen. Dieser treibt in der oberen Atmosph\u00e4re die Hoch- und Tiefdruckgebiete \u00fcber Europa hinweg, wie der Wissenschaftler erkl\u00e4rt. Wegen des Klimawandels habe sich der Strom ver\u00e4ndert, sodass Hoch- oder Tiefdruck-Systeme l\u00e4nger an einem Ort stehen bleiben. &#8220;Und das ist auch jetzt wieder passiert bei dem Tiefdruckgebiet &#8220;Bernd&#8221;.&#8221; Demnach w\u00e4re fr\u00fcher ein solches Tief nach zwei Tagen weitergezogen, jetzt ist es an einem Ort stehen geblieben \u2013 mit verheerenden Folgen. Lesen Sie auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Infrastruktur-im-Katastrophenfall-Im-Extremfall-sterben-Menschen-6142714.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Infrastruktur im Katastrophenfall: &#8220;Im Extremfall sterben Menschen&#8221;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>TOURISMUS:<\/strong> Die Themen Tourismus und Klimawandel sind heute schon eng verbunden. Zur Mitte des Jahrhunderts werden sich unsere Urlaubsziele nach Einsch\u00e4tzung der Meteorologin Jacob ver\u00e4ndert haben. Nord- und Ostsee k\u00f6nnten damit rechnen, dass die Sommer dort einmal w\u00e4rmer und stabiler werden. Die Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel sei dort bis 2050 gering \u2013 die deutschen K\u00fcsten darauf also &#8220;relativ gut vorbereitet&#8221;. Kritischer werde das jedoch bis zum Ende des Jahrhunderts. Andere Regionen werden laut Experten unter dieser Entwicklung leiden. &#8220;Ich glaube, der Mittelmeerraum wird in Zukunft nicht mehr so attraktiv sein&#8221;, sagt etwa auch der Vorsitzende des Klima-Konsortiums, Latif. Laut Jacobs werden dort \u00fcber 40 Grad in den Sommermonaten herrschen. &#8220;Das ist f\u00fcr Urlaub zu warm. Diese Regionen geh\u00f6ren dann zu den Verlierern im Tourismus.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" id=\"nav_parkanlagen_und__2\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Parkanlagen_und_Gewaesser_noetig\"><\/span>Parkanlagen und Gew\u00e4sser n\u00f6tig<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>WOHNEN:<\/strong> Wenn es drau\u00dfen unertr\u00e4glich warm ist, fl\u00fcchten wir uns auch schon heute gerne in kalte Innenr\u00e4ume. Dass diese auch energieintensiv mit Klimaanlagen runtergek\u00fchlt w\u00fcrden, versch\u00e4rfe das Problem des menschengemachten Klimawandels, sagt Jacob. Wissenschaftler Marx, Mitglied der Helmholtz-Klima-Initiative, empfiehlt daher, Geb\u00e4udeh\u00fcllen wesentlich besser zu d\u00e4mmen, &#8220;dann hat das auch im Sommer den Effekt, dass Hitze nicht so schnell ins Haus kommt.&#8221; Gerade deutsche St\u00e4dte m\u00fcssen seiner Einsch\u00e4tzung nach neu gedacht werden. &#8220;Wir brauchen in der Stadt gr\u00fcne und blaue Infrastruktur, das hei\u00dft Parkanlagen und Gew\u00e4sser.&#8221; So k\u00f6nne man f\u00fcr deutliche Abk\u00fchlung in hei\u00dfen H\u00e4userschluchten sorgen. &#8220;Das liegt daran, dass Pflanzen Wasser verdunsten und dabei Energie weggef\u00fchrt wird.&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Dass mehr getan werden m\u00fcsse, um den Anstieg des Klimawandels zu bremsen, betonen die Experten im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur. &#8220;Wir verlassen gerade den Wohlf\u00fchlbereich&#8221;, warnt etwa Klimaforscher Latif. &#8220;Wie viele Jahrhundertfluten hatten wir eigentlich in den letzten 30 Jahren?&#8221; Es sei aber immer noch m\u00f6glich, die Pariser Klimaziele einzuhalten \u2013 auch wenn das einer &#8220;Herkulesaufgabe&#8221; gleiche. Nach Einsch\u00e4tzung des Hydrologen Merz ist der Klimawandel zwar fortgeschritten, &#8220;aber wir stehen hoffentlich immer noch vor dem Kipppunkt, an dem sich das Klima auf Dauer stark ver\u00e4ndert. Das hei\u00dft, wir m\u00fcssen jetzt die Entwicklung aufhalten, bevor es zu sp\u00e4t ist.&#8221;<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_71 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<label for=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69da7732528b7\" class=\"ez-toc-cssicon-toggle-label\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/label><input type=\"checkbox\"  id=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69da7732528b7\" checked aria-label=\"Toggle\" \/><nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=9144\/#Die_Folgen_der_Klimakatastrophe\" title=\"Die Folgen der Klimakatastrophe\">Die Folgen der Klimakatastrophe<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=9144\/#Mehr_Ueberschwemmungen\" title=\"Mehr \u00dcberschwemmungen\">Mehr \u00dcberschwemmungen<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=9144\/#Parkanlagen_und_Gewaesser_noetig\" title=\"Parkanlagen und Gew\u00e4sser n\u00f6tig\">Parkanlagen und Gew\u00e4sser n\u00f6tig<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(21.07.21, heise.de ) , Original : hier Sp\u00e4testens 2050 will die EU klimaneutral sein. 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