{"id":8838,"date":"2021-07-06T11:38:00","date_gmt":"2021-07-06T09:38:00","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=8838"},"modified":"2021-07-06T11:38:01","modified_gmt":"2021-07-06T09:38:01","slug":"bauernverband-fordert-mehr-klimaschutz-wir-muessen-weniger-fleisch-essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/work.boklima.de\/?p=8838","title":{"rendered":"Bauernverband fordert mehr Klimaschutz: Wir m\u00fcssen weniger Fleisch essen"},"content":{"rendered":"\n<p>(30.06.21 von taz.de , Original : <a href=\"https:\/\/taz.de\/Bauernverband-fordert-mehr-Klimaschutz\/!5783602\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> )<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst der Bauernverband stimmt nun Klimasch\u00fctzern zu. Das zeigt der Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft.<a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/4949675\/948\/Ferkel-1.jpeg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Tierhaltung in Deutschland soll besser werden <\/p>\n\n\n\n<p>Die <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Neuer-Agrar-Rat-nimmt-Arbeit-auf\/!5708364\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Zukunftskommission Landwirtschaft<\/a>, an der auch der Bauernverband beteiligt war, hat wichtige Forderungen von Umwelt- und Tiersch\u00fctzerInnen \u00fcbernommen. Das von der Bundesregierung eingesetzte ExpertInnengremium empfiehlt aus Klimaschutzgr\u00fcnden zum Beispiel, dass \u201eder Konsum und damit einhergehend die Produktion tierischer Produkte zur\u00fcckgehen\u201c. Das geht aus dem Abschlussbericht hervor, den 30 gro\u00dfe Verb\u00e4nde der Landwirte, H\u00e4ndler, Hersteller, Verbraucher, Natur- und Tiersch\u00fctzer sowie f\u00fchrende Wissenschaftler nun unterzeichnet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landwirtschaft verursacht laut dem bundeseigenen Th\u00fcnen-Agrarforschungsinstitut rund 14 Prozent des Treibhausgasaussto\u00dfes in Deutschland. Zugleich fordern die meisten B\u00fcrger Umfragen zufolge eine bessere Tierhaltung. Forscher sehen die Agrarbranche als zentrale Verantwortliche daf\u00fcr, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten aussterben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch Tausende Bauern demonstrierten 2019 gegen strengere Vorschriften. Daraufhin beauftragte das Bundeskabinett die Kommission, einen Plan f\u00fcr eine umweltvertr\u00e4gliche und \u00f6konomisch \u00fcberlebensf\u00e4hige Landwirtschaft zu erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ExpertInnen einigten sich auf die Forderung, die bisher vom Bauernverband vehement verteidigten wichtigsten EU-Agrarsubventionen \u2013 die Direktzahlungen \u2013 in ihrer aktuellen Form abzuschaffen. Derzeit wird das Geld pro Hektar Agrarland gezahlt, weitgehend unabh\u00e4ngig davon, wie umweltfreundlich dieses bewirtschaftet wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Es_fehlen_bis_zu_45_Milliarden_Euro_%E2%80%93_pro_Jahr\"><\/span>Es fehlen bis zu 4,5 Milliarden Euro \u2013 pro Jahr<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>In den \u201en\u00e4chsten zwei F\u00f6rderperioden ab 2023\u201c sollten die Subventionen in Zahlungen f\u00fcr \u201ekonkrete Leistungen im Sinne gesellschaftlicher Ziele\u201c umgewandelt werden, also zum Beispiel mehr Artenschutz, r\u00e4t die Kommission.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bauernverband unterschrieb auch die Empfehlung, Moore wieder zu vern\u00e4ssen, die f\u00fcr die Landwirtschaft trockengelegt worden sind. Denn dort werden besonders viel Treibhausgase frei. Zudem sollten Tiere besser gehalten werden. Auch eine Forderung der Gewerkschaften hat die Kommission \u00fcbernommen: ErntehelferInnen und andere Saisonarbeitskr\u00e4fte sollten anders als bisher \u201ein der Regel sozialversicherungspflichtig besch\u00e4ftigt\u201c sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Die umwelt- und tierfreundlichere Produktion soll der Kommission zufolge vor allem durch wirtschaftliche Anreize wie Zahlungen f\u00fcr Naturschutzleistungen erreicht werden. Das werde aber pro Jahr 1,5 bis 4,5 Milliarden Euro mehr kosten, als der Staat bisher f\u00fcr die Landwirtschaft ausgebe, so die ExpertInnen. Die L\u00fccke wollen sie zum Beispiel durch eine Tierwohlabgabe auf Fleisch schlie\u00dfen: \u201eMittel- und langfristig d\u00fcrften damit auf die B\u00fcr\u00adge\u00adr:in\u00adnen h\u00f6here Kosten f\u00fcr ihre Ern\u00e4hrung zukommen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb m\u00fcssten einkommensschwache VerbraucherInnen entlastet werden, etwa durch eine Mehrwertsteuersenkung auf Obst und Gem\u00fcse sowie h\u00f6here Zahlungen f\u00fcr Lebensmittel an Hartz-IV-Empf\u00e4ngerInnen. Laut Kommission w\u00e4re es dennoch teurer, die Landwirtschaft nicht zu \u00f6kologisieren. Denn dann m\u00fcsste die Gesellschaft weiter hohe Gesundheitskosten, etwa infolge von Pestizidbelastung im Wasser, tragen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Schaerfere_Vorschriften_nur_mit_Ausgleich\"><\/span>Sch\u00e4rfere Vorschriften nur mit Ausgleich<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Kompromiss haben Umweltverb\u00e4nde wie Nabu und BUND weitgehend auf Forderungen verzichtet, Vorschriften ohne Einkommensausgleich f\u00fcr Landwirte zu versch\u00e4rfen. So empfiehlt die Kommission, erst einmal abzuwarten, ob die neue D\u00fcngeverordnung die Stickstoffbelastung gen\u00fcgend verringert. Falls nicht, sollten \u201emarktwirtschaftliche Instrumente\u201c zur Reduktion erwogen werden \u2013 also keine neuen Vorschriften.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vorsitzende der Kommission, Peter Strohschneider, bezeichnete die Empfehlungen als einen betriebswirtschaftlich gangbaren Weg\u201c. Kommissionsmitglied Elisabeth Fresen, Vorsitzende der \u00f6kologisch orientierten Arbeitsgemeinschaft b\u00e4uerliche Landwirtschaft (AbL), forderte die kommende Bundesregierung auf, die Vorschl\u00e4ge umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Friedrich Ostendorff, Sprecher f\u00fcr Agrarpolitik der Gr\u00fcnen im Bundestag, sagte, hinter dem Kommissionsbericht stehe ein \u201eechter gesellschaftlicher Konsensprozess\u201c. \u201eJetzt muss aber auch der Deutsche Bauernverband zum Kompromiss stehen und die Union den verhandelten Zielkatalog in ihre eigene Politikgestaltung aufnehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Warum schickte der Verband nicht seinen Pr\u00e4sidenten Joachim Rukwied, sondern lediglich den Vizepr\u00e4sidenten Werner Schwarz in die Kommission? Rukwied h\u00e4tte den Zeitaufwand nicht leisten k\u00f6nnen, antwortete Schwarz auf diese Frage der taz. Der Tierschutzbund etwa war aber durch seinen Pr\u00e4sidenten Thomas Schr\u00f6der in der Kommission vertreten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span class=\"ez-toc-section\" id=\"Kritik_von_Greenpeace\"><\/span>Kritik von Greenpeace<span class=\"ez-toc-section-end\"><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p>Der kleine Verband \u201eFreie Bauern\u201c, der b\u00e4uerliche Familienbetriebe vertritt, kritisierte das Ergebnis als \u201eUnsinn\u201c: \u201eAus Sicht der Freien Bauern besteht f\u00fcr neunzig Prozent der deutschen Landwirtschaft <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Veraenderung-in-der-Landwirtschaft\/!5741543\/\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00fcberhaupt kein Umbaubedarf<\/a>\u201c, so die Organisation.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Greenpeace kritisierte den Abschlussbericht. Die Umweltorganisation hatte die Kommission im Fr\u00fchjahr verlassen, weil die Bundesregierung die Empfehlungen der ExpertInnen nicht bei der gerade vereinbarten Reform der EU-Agrarsubventionen ber\u00fccksichtigen wollte. Die Landwirtschaft m\u00fcsse sich schneller \u00e4ndern, als der Abschlussbericht vorgebe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDieser wird bereits von der Realit\u00e4t \u00fcberholt. So wird die aktuelle Ank\u00fcndigung von Aldi, auf <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Fleischindustrie-unter-Beschuss\/!5698232\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Billigfleisch<\/a> zu verzichten, den Umbau der St\u00e4lle f\u00fcr eine bessere Tierhaltung beschleunigen.\u201c Das Klimaurteil des Bundesverfassungsgerichts lasse keine weitere Verz\u00f6gerung beim Klimaschutz in der Landwirtschaft zu. \u201eDie Klimaziele f\u00fcr Deutschland lassen sich nur mit einer Halbierung der Tierzahlen erreichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner erkl\u00e4rte: \u201eDer Abschlussbericht ist R\u00fcckenwind f\u00fcr meine Arbeit. Vieles habe ich bereits angesto\u00dfen\u201c, teilte die CDU-Politikerin mit. \u201eK\u00fcnftig wird es keinen Euro F\u00f6rdergeld aus Br\u00fcssel mehr geben, der nicht an Umwelt- und Klimaschutzleistungen gekoppelt ist.\u201c Allerdings werden die im Detail noch festzulegenden Anforderungen WissenschaftlerInnen zufolge voraussichtlich kaum zu mehr Umweltschutz f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Tip von Ingo<\/p>\n<div id=\"ez-toc-container\" class=\"ez-toc-v2_0_71 counter-hierarchy ez-toc-counter ez-toc-transparent ez-toc-container-direction\">\n<p class=\"ez-toc-title\" style=\"cursor:inherit\">Inhalte dieser Seite :<\/p>\n<label for=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69e02d5d337a1\" class=\"ez-toc-cssicon-toggle-label\"><span class=\"\"><span class=\"eztoc-hide\" style=\"display:none;\">Toggle<\/span><span class=\"ez-toc-icon-toggle-span\"><svg style=\"fill: #999;color:#999\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" class=\"list-377408\" width=\"20px\" height=\"20px\" viewBox=\"0 0 24 24\" fill=\"none\"><path d=\"M6 6H4v2h2V6zm14 0H8v2h12V6zM4 11h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2zM4 16h2v2H4v-2zm16 0H8v2h12v-2z\" fill=\"currentColor\"><\/path><\/svg><svg style=\"fill: #999;color:#999\" class=\"arrow-unsorted-368013\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" width=\"10px\" height=\"10px\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.2\" baseProfile=\"tiny\"><path d=\"M18.2 9.3l-6.2-6.3-6.2 6.3c-.2.2-.3.4-.3.7s.1.5.3.7c.2.2.4.3.7.3h11c.3 0 .5-.1.7-.3.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7zM5.8 14.7l6.2 6.3 6.2-6.3c.2-.2.3-.5.3-.7s-.1-.5-.3-.7c-.2-.2-.4-.3-.7-.3h-11c-.3 0-.5.1-.7.3-.2.2-.3.5-.3.7s.1.5.3.7z\"\/><\/svg><\/span><\/span><\/label><input type=\"checkbox\"  id=\"ez-toc-cssicon-toggle-item-69e02d5d337a1\" checked aria-label=\"Toggle\" \/><nav><ul class='ez-toc-list ez-toc-list-level-1 ' ><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-1\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=8838\/#Es_fehlen_bis_zu_45_Milliarden_Euro_%E2%80%93_pro_Jahr\" title=\"Es fehlen bis zu 4,5 Milliarden Euro \u2013 pro Jahr\">Es fehlen bis zu 4,5 Milliarden Euro \u2013 pro Jahr<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-2\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=8838\/#Schaerfere_Vorschriften_nur_mit_Ausgleich\" title=\"Sch\u00e4rfere Vorschriften nur mit Ausgleich\">Sch\u00e4rfere Vorschriften nur mit Ausgleich<\/a><\/li><li class='ez-toc-page-1 ez-toc-heading-level-3'><a class=\"ez-toc-link ez-toc-heading-3\" href=\"https:\/\/work.boklima.de\/?p=8838\/#Kritik_von_Greenpeace\" title=\"Kritik von Greenpeace\">Kritik von Greenpeace<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(30.06.21 von taz.de , Original : hier ) Selbst der Bauernverband stimmt nun Klimasch\u00fctzern zu. 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