{"id":7137,"date":"2021-01-06T21:12:48","date_gmt":"2021-01-06T20:12:48","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=7137"},"modified":"2021-01-06T21:12:49","modified_gmt":"2021-01-06T20:12:49","slug":"sie-sagten-schon-corona-voraus-ein-institut-in-bonn-skizziert-wie-sich-die-klimakatastrophe-zuspitzen-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/work.boklima.de\/?p=7137","title":{"rendered":"Sie sagten schon Corona voraus &#8212; Ein Institut in Bonn skizziert, wie sich die Klimakatastrophe zuspitzen k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Risiko<\/strong> Ein Institut in Bonn skizziert, wie sich die Klimakatastrophe zuspitzen k\u00f6nnte<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nick-reimer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nick Reimer<\/a> | <a href=\"https:\/\/digital.freitag.de\/3920\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ausgabe 39\/2020 <\/a><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nick-reimer\/sie-sagten-schon-corona-voraus#comments\">8<\/a> , 24.09.2020<\/p>\n\n\n\n<p>( von &#8216;der Freitag&#8217; , Original : <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nick-reimer\/sie-sagten-schon-corona-voraus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>  ) <\/p>\n\n\n\n<p>Hier werkeln Spezialisten am Krisenfall: In einem Flachbau, tief im Bonner Westen, ist das \u201eBundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe\u201c, kurz BBK, zu finden. Fast 300 Leute arbeiten hier. Im vierten Stock befindet sich das \u201eGemeinsame Lagezentrum von Bund und L\u00e4ndern\u201c: Auf gro\u00dfen Bildschirmen an der Wand sind Deutschlandkarten zu sehen, derzeit zeigen sie \u201e0 Unwetter\u201c. Wird es notwendig, k\u00f6nnen von hier aus Hilfseins\u00e4tze koordiniert werden, etwa wenn \u00f6rtliche Einsatzkr\u00e4fte der Lage nicht Herr werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlagartig bekannt wurde das BBK nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie. 2012 hatte Deutschlands oberste Katastrophenbeh\u00f6rde in einer Risikoanalyse durchgespielt, was auf die Bundesrepublik zukommen w\u00fcrde,  &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Insofern scheint es sinnvoll, sich einige weitere Risikoeinsch\u00e4tzungen des Bundesamtes anzusehen: f\u00fcr <strong>Extremwetterszenarien<\/strong> beispielsweise. 2018 untersuchte das BBK, welche Folgen eine schwere D\u00fcrre in Deutschland h\u00e4tte. In der Einleitung hei\u00dft es: \u201eObgleich das hier untersuchte Szenario einen theoretischen und abstrahierten Ereignisverlauf beschreibt, haben die Erfahrungen des Jahres 2018 deutlich gemacht, wie relevant eine Analyse eines solchen Szenarios auch f\u00fcr Deutschland geworden ist.\u201c Der Klimawandel werde D\u00fcrre zu einer \u201eh\u00e4ufiger vorkommenden Herausforderung f\u00fcr Deutschland\u201c machen.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Szenario gehen die Katastrophenexperten davon aus, dass die D\u00fcrre sechs Jahre andauert. Grundlage ist die extremste Trockenheit in Deutschland, f\u00fcr die Beobachtungsdaten vorliegen: die D\u00fcrre zwischen den Jahren 1971 bis 1976. Auf diese Daten wurde ein \u201eKlimaaufschlag\u201c eingerechnet: ein Grad mehr Temperatur und 25 Prozent weniger Regen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">D\u00fcrre oder Stromausfall<\/h2>\n\n\n\n<p>Was w\u00e4ren die Folgen? Erst einmal <em>Probleme bei der Versorgung der Bev\u00f6lkerung mit Trinkwasser,<\/em> besonders dort, wo die Lage bereits heute angespannt ist. Das Gesundheitssystem st\u00fcnde vor gro\u00dfen Herausforderungen, die Risikoanalyse prognostiziert <em>bis zu 10.000 Hitzetote<\/em>. Im sechsten Jahr der D\u00fcrre w\u00fcrde die <em><strong>Stromversorgung wackeln<\/strong><\/em>, weil viele thermische Kraftwerke ihre Leistung drosseln m\u00fcssten, w\u00e4hrend die Stromnachfrage steigt: Klimaanlagen verbrauchen mehr Strom, den Kraftwerken geht aber das K\u00fchlwasser aus. Benzin w\u00fcrde regional knapp, weil fast die H\u00e4lfte aller Treibstoffe per Schiff angeliefert wird, die Schifffahrt wegen der geringen Pegelst\u00e4nde aber stockt. Mehr Waldbr\u00e4nde und mehr Pleiten in der Landwirtschaft. Auch die Industrie w\u00e4re betroffen, denn sie verbraucht ein Sechstel des Wassers in Deutschland \u2013 das st\u00fcnde jetzt nicht mehr zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Jahre nach der Erstellung der \u201eRisikoanalyse D\u00fcrre\u201c ging 2020 der dritte D\u00fcrresommer in Folge zu Ende. Im nieders\u00e4chsischen Lauenau musste die Feuerwehr die Einwohner mit Wasser versorgen, in Ostsachsen vermeldeten 47 kleinere Orte Trinkwasserprobleme. &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Der D\u00fcrre-Monitor des Helmholtz-Zentrums f\u00fcr Umweltforschung in Leipzig zeigt im September 2020 auf der Deutschlandkarte vielerorts tiefrote Fl\u00e4chen, <em>die h\u00f6chste von f\u00fcnf Trockenstufen.<\/em> \u201eEine au\u00dfergew\u00f6hnliche D\u00fcrre\u201c, sagt Andreas Marx, der f\u00fcr die Karte zust\u00e4ndig ist: \u201eIn einer <em>Bodentiefe bis zu 1,80 Metern ist dort praktisch kein Wasser<\/em> mehr vorhanden\u201c. Fast ganz Sachsen ist betroffen, weite Teile Brandenburgs und Sachsen-Anhalts, die H\u00e4lfte Nordrhein-Westfalens,  &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00f6rg Rechenberg vom Umweltbundesamt in Dessau glaubt, dass sich durch den Klimawandel die Konflikte um Wasser auch in Deutschland versch\u00e4rfen werden. Neu sei, dass nun auch die Landwirte mit am Tisch s\u00e4\u00dfen. &#8230;<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>( von Ingo )<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Risiko Ein Institut in Bonn skizziert, wie sich die Klimakatastrophe zuspitzen k\u00f6nnte Nick Reimer | Ausgabe 39\/2020 8 , 24.09.2020 ( von &#8216;der Freitag&#8217; , Original : hier ) Hier werkeln Spezialisten am Krisenfall: In einem Flachbau, tief im Bonner Westen, ist das \u201eBundesamt f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsschutz und Katastrophenhilfe\u201c, kurz BBK, zu finden. 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