{"id":5844,"date":"2020-08-21T12:28:01","date_gmt":"2020-08-21T10:28:01","guid":{"rendered":"https:\/\/boklima.de\/?p=5844"},"modified":"2020-08-21T12:28:10","modified_gmt":"2020-08-21T10:28:10","slug":"klimaaktivistin-trifft-merkel-thunberg-kommt-ins-kanzleramt-zwei-frauen-die-sich-aehneln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/work.boklima.de\/?p=5844","title":{"rendered":"Klimaaktivistin trifft Merkel: Thunberg kommt ins Kanzleramt &#8212; Zwei Frauen, die sich \u00e4hneln"},"content":{"rendered":"\n<p>(taz 19.08)<\/p>\n\n\n\n<p>Kanzlerin Angela Merkel empf\u00e4ngt Klimaaktivist*innen zum Austausch \u00fcber die EU-Klimapolitik. Umweltverb\u00e4nde hoffen, dass das auch Konsequenzen hat.<a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/4321079\/948\/25562002-1.jpeg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Statt nur vor dem Kanzleramt zu demonstrieren, wollen Neubauer und Thunberg nun drinnen diskutieren Foto: Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n\n\n\n<p>BERLIN <em>dpa\/taz<\/em> | Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft am kommenden Donnerstag eine Gruppe von Klimaaktivistinnen um Greta Thunberg und Luisa Neubauer zu einem Meinungsaustausch im Kanzleramt. Die CDU-Politikerin wolle mit den Vertreterinnen von Klimabewegung Fridays for Future den nationalen und internationalen Klimaschutz er\u00f6rtern, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er f\u00fcgte hinzu, die Kanzlerin unterst\u00fctze junge Menschen, die auf die Stra\u00dfe gingen, um f\u00fcr mehr Klimaschutz zu demonstrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kanzlerin will die <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Umweltministerin-ueber-EU-Klimaziel\/!5693115\/\" rel=\"noreferrer noopener\">deutsche EU-Ratspr\u00e4sidentschaft<\/a> nutzen, um beim Klimaschutz voranzukommen. Thunberg und Neubauer haben der Bundesregierung wiederholt vorgeworfen, sich nicht ausreichend f\u00fcr das Klima einzusetzen. Sie fordern, dass Regierungen in aller Welt endlich anfangen m\u00fcssten, die Klimakrise als eine Krise zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Thunberg und Neubauer sollen nach dpa-Informationen auch die beiden Belgierinnen Anuna de Wever und Ad\u00e9la\u00efde Charli\u00e9r bei Merkel dabei sein. Die vier Aktivistinnen hatten die EU vor knapp einem Monat gemeinsam zu Ma\u00dfnahmen gegen die drohende Klimakatastrophe aufgerufen.<\/p>\n\n\n\n<p>Thunberg best\u00e4tigte das Treffen am Nachmittag auf Twitter. Ihren Angaben zufolge sind daf\u00fcr 90 Minuten angesetzt. Diskutiert werden soll unter anderem ein offener Brief. In diesem forderten die Aktivist*innen unter anderem den sofortigen Stopp von Investitionen in und Subventionen f\u00fcr fossile Brennstoffe sowie die Festlegung verbindlicher CO<sub>2<\/sub>-Budgets. Das Schreiben haben bislang mehr als 120.000 Menschen unterzeichnet, darunter Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Malala Yousafzai und zahlreiche Prominente wie Hollywood-Star Leonardo DiCaprio.<\/p>\n\n\n\n<p>Umweltorganisationen halten das Gespr\u00e4ch f\u00fcr ein wichtiges Signal. Dem m\u00fcssten jedoch auch Taten folgen, forderte Lutz Weischer von Germanwatch: \u201eDie Bundeskanzlerin muss die EU noch in diesem Jahr zu einem verbesserten Klimaziel f\u00fcr 2030 von mindestens minus 55 Prozent f\u00fchren und alles daf\u00fcr tun, dass auch eine dar\u00fcber hinausgehende Zielgr\u00f6\u00dfe m\u00f6glich wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Schwere Vorw\u00fcrfe beim UN-Klimagipfel<\/h6>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich sieht das BUND-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Antje von Broock: \u201eEs ist ein gutes Signal, dass sich Frau Merkel mit den Forderungen der jungen Klimaaktivistinnen auseinandersetzt. Ob es sich um mehr als nur einen symbolischen Akt handelt, zeigt sich, wenn die Bundeskanzlerin ihr politisches Gewicht f\u00fcr ein h\u00f6heres EU-Klimaziel in die Waagschale werfen wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Erstmals waren Merkel und Thunberg im September am Rande eines <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/UN-Klimagipfel-in-New-York\/!5625223\/\" rel=\"noreferrer noopener\">UN-Klimagipfels<\/a> aufeinander getroffen, allerdings nur zu \u201eSmalltalk und Selfies\u201c, <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/Thunberg-und-Merkel-in-New-York\/!5696007\/\" rel=\"noreferrer noopener\">wie die Schwedin sp\u00e4ter berichtete<\/a>. Bei dem Gipfel New York erhob sie in einer aufsehenerregenden Rede (\u201eHow dare you?\u201c) schwere Vorw\u00fcrfe gegen die anwesenden Staats- und Regierunschefs.<\/p>\n\n\n\n<p>Das jetzt geplante Treffen mit Merkel f\u00e4llt f\u00fcr Thunberg mit dem zweiten Jahrestag des Beginns ihres Klimaprotests zusammen. Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-j\u00e4hrige Schwedin vor den Reichstag in Stockholm gesetzt, um ihre Regierung zu einem st\u00e4rkeren Handeln gegen die Klimakrise aufzufordern. Daraus ist die internationale Klimabewegung Fridays for Future entstanden, die vor allem in Deutschland sehr viele Anh\u00e4nger gefunden hat.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>vollst\u00e4ndigen Artikel bei <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/taz.de\/Klimaaktivistin-trifft-Merkel\/!5707345\/\" target=\"_blank\">taz.de<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>(taz 20.08)<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Greta Thunberg bei der Kanzlerin: Zwei Frauen, die sich \u00e4hneln<\/h3>\n\n\n\n<p>Sowohl Kanzlerin Merkel als auch Aktivistin Thunberg wollen den Klimakollaps verhindern. Wie das konkret klappen kann, k\u00f6nnen aber beide nicht sagen.<a href=\"https:\/\/taz.de\/picture\/4332242\/948\/Merkel_Thunberg_Klima_Loesung_Gespraech-1.jpeg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Treffen mit Abstand: Greta <mark>Thunberg<\/mark> und ihre Mitstreiterinnen mit Bundeskanzlerin Merkel Foto: Steffen Kugler\/DEG\/reuters<br><\/p>\n\n\n\n<p>Es mag zun\u00e4chst erstaunen, dass Greta <mark>Thunberg<\/mark> einen Termin im Kanzleramt bekommt. Aber so gro\u00df sind die Unterschiede zwischen ihr und Merkel gar nicht, denn beide teilen das gleiche Ziel: Auch die Kanzlerin will vermeiden, dass sich die Erde unertr\u00e4glich erhitzt. Die Bundesrepublik ist dem Pariser Klimaabkommen 2016 beigetreten \u2013 da gab es <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/!5699073\/\" rel=\"noreferrer noopener\">Fridays for Future<\/a> noch gar nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><mark>Thunberg<\/mark> beklagt zu Recht, die derzeitige Umweltpolitik reiche niemals daf\u00fcr aus, dass Deutschland seine Klimaziele einhielte. Nur: Eine konkrete Alternative hat auch sie nicht zu bieten. <mark>Thunberg<\/mark> fordert zwar eine klimaneutrale Wirtschaft, aber es bleibt nebul\u00f6s, wie man sich diese Welt vorzustellen hat. Verbot aller Flugzeuge? Aller privaten Autos? Aller Handys? Aller Neubauten? Muss jeder Vegetarier werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu steht nichts in dem offenen Brief, den <mark>Thunberg<\/mark> und drei weitere Aktivistinnen an alle EU-Regierungen geschickt haben. Diese Sprachlosigkeit verweist auf eine weitere Gemeinsamkeit mit der Kanzlerin: Auch Merkel ist ratlos, wie ein Umstieg in eine klimaneutrale Wirtschaft gelingen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Unterschied zwischen Merkel und <mark>Thunberg<\/mark> ist vor allem polit\u00ad\u00e4sthetischer Natur: Merkel gesteht ihre Ratlosigkeit indirekt ein, indem sie weitermacht wie bisher. Es wird Klimapolitik betrieben, aber nur als gr\u00fcne Fassade. Der Kern der Wirtschaft bleibt fossil \u2013 weil der \u00d6kostrom niemals dazu reichen w\u00fcrde, einen krisenfreien Aufschwung zu garantieren.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Wie sieht ein \u201eneues System\u201c aus?<\/h6>\n\n\n\n<p><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/taz.de\/!5678160\/\" rel=\"noreferrer noopener\"><mark>Thunberg<\/mark> hingegen maskiert ihre Ratlosigkeit durch Radikalit\u00e4t<\/a>. Sie fordert ein \u201eneues System\u201c, doch dieses wird nirgendwo konkret beschrieben. Also passiert politisch nichts. Ungewollt stabilisiert auch <mark>Thunberg<\/mark> die bisherige Wirtschaftsordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist keine Kritik an Fridays for \u00adFuture. Es w\u00e4re eine \u00dcberforderung, ausgerechnet von Sch\u00fclerInnen zu verlangen, schlauer als der Rest der Gesellschaft zu sein. Aber das Treffen im Kanzleramt zeigt einmal mehr, dass es kein \u201ePolitikversagen\u201c ist, dass der Klimaschutz nicht vorankommt. Es fehlt ein tragf\u00e4higes Konzept.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/taz.de\/Greta-Thunberg-bei-der-Kanzlerin\/!5702964&amp;s=thunberg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">taz.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(taz 19.08) Kanzlerin Angela Merkel empf\u00e4ngt Klimaaktivist*innen zum Austausch \u00fcber die EU-Klimapolitik. Umweltverb\u00e4nde hoffen, dass das auch Konsequenzen hat. 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